logbook: LH448 FRA-DFW, D-AIKN

Das letzte Mal, als ich nach DFW flog, hatte ich Astrid Orgeldinger, meisterhafte Westernreiter und -züchterin mit Longhorns im Vorgarten der Ranch, an Bord.

Damals habe ich mir vorgenommen, einmal ein Rodeo in den Stockyards von Fort Worth zu besuchen. Möglicherweise wird daraus niemals etwas, denn das Rodeo ist eine Sache großer Menschenmassen. Nichts, wohin es mich derzeit ziehen würde, zumal die Texaner auf dem Standpunkt zu sein scheinen, die Pandemie wäre vorüber.

Heute wird das Flugzeug aus der Werft bereitgestellt. Leider verzögert sich das massiv. Für einen ENG RunUp am Morgen ist zwar die Maschine eingeplant worden, nicht aber das dafür benötigte Personal und jetzt steht die -KN vor der Halle und wartet auf weiteren Einsatz. Wie auch die Crew, die inzwischen im Crewbus auf dem Vorfeld darauf wartet, dass der Flieger angeschleppt wird.
Leider lässt sich dieser schwebende Zustand nur für maximal 35Min aufrecht erhalten. Dann greift das vertragliche Limit der Flugdienstzeit. Worauf sich mit meiner Unterstützung fünf von acht Besatzungsmitgliedern zum Aussteigen entscheiden.
Für kurze Zeit sieht es so aus, als würde der Flug ausfallen und die 230 Passagiere in ein Hotel verfrachtet.

Die ausgestiegenen Kollegen, einschließlich der Purserette,
haben sich für meine Unterstüzung bei der Einhaltung ihrer Arbeitsrechte bedankt.
Allerdings war für mich auch im Nachhinein aus unserer Dokumentation, Flugbetriebshandbuch, Tarifverträge, nicht zweifelsfrei herauszulesen, wie dieser Ablauf rechtssicher durchzuführen gewesen wäre. Zu widersprüchlich, zu lückenhaft die Texte in Sachen Kommandantenentscheid. Und damit für niemand, der unter Zeitdruck steht, eine wirkliche Hilfe.

Nur auf den letzten Drücker lassen sich die fünf aus dem Standby aktivieren und wir starten mit 2:35h Verspätung.
Das wird ein langer Tag.

  • wir übernachten im WESTIN Galleria. Die Mall, die schon 1991, das erste Mal, als ich nach Dallas flog, welteinmalig eine Eiskunstbahn im Innern beherbergte. Das mit Dubai kam alles erst viel später.
    In dieser Gegend, Allison, kenne ich einige Hotels. Das Marriott, das Crown Plaza, v.a. aber das alte Kempinski, dann Interconti. Zehntägige Umläufe mit mehreren MEX Shuttlen, das Frühstücksbuffet mit frischen Erdbeeren im November, damals ein Luxus ohnegleichen. Die legendäre Firewarning-Party nach dem dritten nächtlichen Alarm.
    Um ein Haar wären dort Matthias und Carola Anfang der Neunziger als Management aufgetaucht.
    Dallas ist ein Ort, an den man definitiv nicht zurückkehren wird. Alles davon wandert in die Erinnerung.