logbook FRA-NBO, D-AIKP

Flug nach NBO durch die innertropische Konvergenzzone. In elf Kilometer Höhe türmen Wolken sich vor mir in einer langen Reihe auf und wachsen über mich hinweg, in allen Variationen von Blau. Ich kann der Erde dabei zusehen, wie sie warme Luft aufsteigen lässt, und die Feuchte sichtbar kilometerhohe Pilze ausbildet.
In ihrem Schatten schlängelt sich am Boden eine Schlange aus Wasser gen Süden. Der Fluss, der ganz Afrika am Leben hält. Ein einmaliges Bild, für das es keinen besseren Begriff gibt als schön.
Und in dieser speziellen Form wird das nur dieses eine Mal zu sehen sein. Vielleicht ein allerletztes Mal für mich, dieses Kaleidoskop.

Vor Ort der übliche, fast ritualisierte Ablauf eines Abholers, Kurzumdrehers, oder wie man sonst noch sagen will für eine Übernachtung vor Ort von weniger als 24h: Einchecken, Umziehen, After Work Bier, unter Fliegern Debriefing genannt, ausschlafen, Frühstück, Pool, Sport im Hotelgym, Roomservice, Schlafen, Duschen, Uniform, auschecken.

Auf dem Rückweg fliegen wir über das östliche Mittelmeer. Eine derzeit gebräuchliche Route für viele Destinationen im Osten. Die vielen Krisenherde in der Gegend lassen keine kürzere zu.
Also wieder Kreta, Mykonos, Thessaloniki. Es ist, als zeigte die Ägäis sich mir zur näheren Anschauung. Ich nehme das Lineal auf der Karte und messe Strecken ab. Pathos- Rhodos 220NM, Athen- Thessaloniki 140NM, Kreta- Kalamaki 150 NM. Aber auch Gibraltar – Madeira 550NM. Was reitet mich da?
Ruft es nach mir, das Mittelmeer?